Tech Spotting, Trix

schmidt9 switcht (mit Hints für die iSync-Integration des Nokia 6300)

26. Februar 2008 von schmidt9

Switchen – das Wechseln der Plattform – ist seit dem Wieder-Erstarken von Apple in aller Munde. Auch schmidt9 switcht – allerdings nicht vom Windows-PC zum Mac (das hatte ich schon vor 14 Jahren getan), schon gar nicht umgekehrt (das ist mit den neuen IntelMacs auch nicht mehr nötig), sondern die Mobiltelefon-Marke.
Nach mehr als 10 Jahren und 5 Generationen mit Mobiltelefonen von (Sony-)Ericsson wird nun ein Nokia 6300 zu meinem ständigen Begleiter. Um es vorwegzunehmen: Operation gelungen, Benutzer (wieder) glücklich.

Meine Handy-Karriere ist nach 12 Jahren mit 6 Mobiltelefonen wohl eher eine statistisch durschnittliche, wenn auch sie im Jahr 1995 zu einem Zeitpunkt begann, als die portablen Telefonzellen – in der Öffentlichkeit noch selten – mit einem skeptischen Blick zwischen Horror-Hirntumor und zu-viel-Geld-übrig betrachtet wurden. Eigentlich wollten mich ja meine Eltern im ausschweifenden Studentenleben nur ein wenig häufiger in Reichweite bekommen, weil ich meine Zeit kaum noch zu Hause verbrachte. Weil telefonieren überall teuer war, aber bei E-Plus die SMS noch kostenlos waren, lag unter dem 1995er Weihnachtsbaum ein Motorola-Gerät mit E-Plus-Karte – fast ein Pfund schwer, so dick und mit Auszieh-Antenne sowie offener Klappe auch fast so hoch wie ein Hardcover-Ausgabe von Stephen King.
Weil damals Kunden wichtiger waren als Rendite, durfte ich mir nur ein Jahr später endlich ein ordentliches Mobiltelefon bei E-Plus abholen. Mein Entscheidung fiel aufgrund der großen Robustheit, des kompakten Formats und der übersichtlichen Bedienung auf das Modell 380 des im von Motorola und Siemens geprägten deutschen Markt nahezu unbekannten schwedischen Herstellers Ericsson. Mit einem umlaufenden Druckgußrahmen, der kantig, klarer Formensprache und den aus dem Ericsson-Signet entlehnten 3 Schlitzen im Hörer hatte das Gerät den herben Charme von schwedischen Limosinen aus den 70ern. Viele Details waren klug durchdacht und ohne Akku habe ich mit dem robusten Gussrahmen unzählige Male einen Flaschenöffner ersetzen können, ohne daß dies mehr als ein paar Schönheitsfehler hinterlassen hätte.
Mit meinem nächsten Ericsson 888 mit 3-zeiligen (!) Display und GSM-Datenmodem konnte ich dann erstmals auch unterwegs die elektrische Post abholen und im langsam umfangreicher werdenden Internet z.B. Bahnverbindungen heraussuchen. Die Funktionen wuchsen, ohne daß die schwedische Blackbox an Qualität verloren hätte – nur wenn das Mikrofon mal wieder kratzte, mußte man mit einem Taschenmesser oder Uhrmacherschraubenzieher mal wieder die 2 Imbusschrauben unterm Akku nachziehen.
Als das nächste Gerät fällig war, kamen also wieder einmal nur die Schweden in Frage. Die Wahl fiel diesmal auf eines der ersten Bluetooth-Geräte, die trotz fehlender Mac-Software mit ein wenig Bastelei trotzdem auch mit dem Nieschen-OS harmonierten: dem R570. Der Druckgußrahmen war einer Magnesiumguß-Rückseite gewichen, in die der winzige Akku eingesetzt wurde. Die Kunststoff-Vorderseite war erstmal Silber und nicht Ericsson-typisch Tiefschwarz. Leider – denn nach wenigen Wochen waren die Ecken abgewetzt und das Gerät sah ziemlich räudig aus.
Dann kam Sony. Als ob das schwedisch-japanische Joint-Venture seine Schatten schon auf die letzten originalen Ericsson-Geräte werfen würde, stieg eines kalten Wintertages die Klingel meines ansonsten vollkommen intakten R570 aus. Schade, denn bisher hatte noch jedes Gerät deutlich länger als ein reichliches Jahr gehalten… Immer noch im Glauben, mehr Ericsson als Sony zu bekommen, erwarb ich das damals brandneue und (zugegebenermaßen bis heute) tot-schicke K610. Der Winzling mit Farbdisplay und Kamera simulierte zwar Wertigkeit durch die Klavierlackoberfläche sowie die Alu-Front- und Rückseite, aber das Gerät war eine Diva. Das Blech verbeulte, wenn man das Handy in einer engen Tasche neben dem Schlüssel legte, die Spalten zwischen dem Kunststoff-Träger und dem aufgeklebten Alublech wurden immer größer, die Software stürzte regelmäßig ab und das Laden des Telefonbuches dauert eine halbe Ewigkeit. Die schon beim R570 geänderten Anschlüsse un der Unterseite waren wackelig und so bin ich recht häufig mit leerem Akku los, weil das Ladegerät nicht richtig Kontakt hatte. Die gesamte hübsch-bunte Oberfläche hingegen fühlte sich wie ein Radrennen mit platten Reifen an. Schade, denn das Gerät war wirklich klein und schick.
Einen Versuch wollte ich meiner ›Hausmarke‹ noch geben und erwarb vor reichlich 2 Jahren ein K700i. Immerhin, daß Zubehör paßte, die Bedienung war verbessert, die Oberfläche beschleunigt worden und das Telefonbuch konnte nun auch mehr als nur ein paar Nummern pro Kontakt speichern. Dafür war das Gerät größer und weniger ansehnlich geraten. Lediglich die LED-Lampe für die (in meinen Augen) nach wie vor unbrauchbare Kamera war im wahrsten Wortsinn ein Highlight – sie hat mir mehreren dunklen Hausfluren und an div. Klingeltafeln gute Dienste geleistet. Dann wurde das Gerät ›alt‹ und der Frust setzte ein.

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