Tech Spotting

MacOS hui, Windows Pfui…

25. June 2007 von schmidt9

Vor wenigen Tagen überraschte Apple-Boss Steve Jobs die innovationsfreudigen Jünger des Obstkonzerns auf der World Wide Developer Conference (WWDC) mit einem ›neuen one more thing‹. Diesmal frohlockte vor allem die Windows-Welt, denn der MacOS-eigene Web-Browser ›Safari‹ war als Beta 3.0 auf einmal auch für Windows zu haben.

Was wie eine Annäherung von zwei konträren Welten verstanden werden konnte, wurde – zumindest die ersten Tage – zum genauen Gegenteil. Während es die Mac-Nutzer lediglich mit für eine beta-Version typischen Bugs zu tun hatten, war das Ergebnis von Download und Installation für die Windows-Nutzer lediglich mit Frust verbunden: Seiten wurden nicht richtig dargestellt, die versprochene Geschwindigkeit wäre nur zu Zeiten der Postkutsche akzeptabel gewesen und zu guter Letzt entdeckten findige Nutzer auch noch, daß sich über den Apple-Browser vortrefflich Schadcode unter Windows ausführen lies.
Statt die gespaltenen Fangemeinden von MacOS und Windows unisono auf das iPhone einzuschwören (denn dafür war das neue Safari gedacht), lieferte Apple seinen alten Kritikern im Windows-Lager eine erstklassige Steilvorlage, während sich die Mac-Nutzer kaum mehr Funktionen, dafür aber mehr Probleme – wie nicht funktionierende Widgets – einhandelten. So endete der Versuch Apples, im fremden Lager zu wildern mit einem vorläufigen k.o. des Angreifers.

Immerhin, Ende der vergangen Woche hat Apple die (immer noch Beta-)Version 3.02 nachgereicht: die ist unter Windows immer noch kein Renner, dafür aber zumindest kein Scheunentor für Angreifer mehr und auch die Seiten werden nun weitestgehend fehlerfrei dargestellt. Auch auf dem Mac hat sich einiges getan: die Widgets laufen wieder, die Geschwindigkeit scheint besser zu sein und außer der fehlenden Lokalisierung macht das Programm nun einen ganz runden Eindruck, jetzt kann ich es auch (zumindest auf dem Mac) empfehlen.

Was neu ist:

  • Tabs lassen sich umsortieren und von einem Fenster ins nächste verschieben.
  • Safari prüft nun mit der system-eigenen Rechtschreibprüfung auf Tipfehler in Formulareingaben.
  • Der Browser warnt nun, wenn mehrere Tabs beim Beenden offen sind oder wenn man einen Tab mit Formulareingaben schließen möchte.
  • Text-Eingabefelder in Formularen lassen sich an der unteren rechten Ecke vergrößern. Endlich lassen sich so auch längere Eintragen bequem vornehmen, selbst wenn der Designer die Box nur miniklein ausgelegt hat.
  • Mit Safari 3 werden endlich auch CSS-Formate für Formulare ordentlich unterstützt.
  • Bilder lassen sich direkt als Schreibtischbild einrichten (Windows läßt grüßen) und an iPhoto weiterreichen (nur Mac). Für Blogger praktisch: Safari kopiert die Bild-URL auch in die Zwischenablage.
  • Der Elemten-Inspektor (per Rechtsklick) ist für Webentwickler äußert sinnvoll (DOM, CSS).

Immer noch praktisch:

  • Der aufgeschaltete Debug-Modus verhilft beim Webdesign zu praktischen Funktionalitäten wie einer JS-Konsole.
  • Die Freeware ›Inquisitor‹ erlaubt ›find while you type‹ und mehr Suchmaschinen-Optionen.

Was (immer noch) fehlt:

  • Wiederherstellung der letzten besuchten Seite bzw. der zuletzt offenen Tabs.
  • Automatisches Schließen des Download-Managers.
  • Support von WYSIWYG-Ediitoren in CMS und Web-Backends, wie z.B. bei WordPress.

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