Passend zum Tagesthema »Abschaffung der konventionellen Glühbirne« habe ich alle meine Kritikpunkte an den Energiespar-Funzeln in einem recht langen und fast vollständig im Netz verfügbaren Artikel der Ökotest gefunden.
Das Timing könnte besser nicht sein: zur besten Krisenzeit bekommen die Anbieter der immer noch zig-fach teureren Energiesparleuchten das Konjunkturprogramm frei Haus. Jahrelang haben OSRAM & Co. den europäischen Markt für preiswerte Energiesparlampen durch Schutzzölle verhindert, nun kommt in einem erstaunlichen kurzen Zeitraum von gerade einmal 3 Jahren die Abschaffung der bei den Leuchtmittel-Herstellern ungeliebten, preiswerten konventionellen Leuchtmittel.
Die konventionelle Glühbirne war ohnehin bei diesen nicht gerade beliebt, denn zu viele Mitbewerber beherrschten sehr schnell deren Herstellung und die Marge war aufgrund des riesigen Angebots entsprechend gering. So verwundert es auch nicht, daß Technologien für eine längere Lebensdauer konventioneller Glühfadenlampen schon vor Jahrzehnten in Giftschränken verschwanden, der Schlüssel vermutlich im Marianengraben versenkt wurde.
Nun ist man die wenig gewinnträchtigen Leuchten wohl in Bälde los, sofern auch das EU-Parlament auf die Versprechungen der Leuchtmittel-Lobbyisten reinfällt und mit gesteigertem Energiespar-Aktionismus in den Plan der häufig lobby-gesteuerten EU-Kommission einwilligt.
Im Eifer des Gefechtes hat der offensichtlich denk-befreite Brüsseler Klüngel allerdings den Mangel an passenden Alternativen ebenso übersehen wie die bei weitem nicht ausgereifte Technik und die problematische Giftbelastung der neuen Energiesparwunder-Lampen. Deren aktuelle Technik wiederspricht nämlich z.B. den der vor einigen Jahren aufgelegten Direktive zur Vermeidung von Quecksilber-Belastungen, ihre Strahlenbelastung überschreitet oft die eines normgerecht geschirmten Arbeitsplatzmonitors deutlich. Ebenso unerwähnt bleibt, daß die Lichtqualität der Glühfadenlampen im Moment nur durch die nur wenig energie-effizienteren, aber deutlich teureren Halogenlampen erreicht wird. Wohl auch deswegen werden diese Energiefresser, mit denen sich aber noch redlich verdienen läßt, nicht durch den Vorstoß der EU-Kommission eingeschränkt.
Dabei sollten die meisten Probleme Vielen bereits durch eigene Beobachtung und Nachdenken
selbst aufgefallen sein:
1. Miese Lichtausbeute
2. Grauenhaftes Spektrum
3. Ungleichmäßige Ausleuchtung
4. Lange Vorwärmzeit
5. Hochgiftige Inhaltsstoffe
6. Hohe Kosten in der Anschaffung
7. Fehlende Normen und Qualitätsstandards
8. Begrenzte Haltbarkeit bei vielen Schaltvorgängen
9. Mangel an einfachen und sicheren Entsorgungsmöglichkeiten
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