Kleiner Eklat auf der diesjährigen Nokia-World-Konferenz in Stuttgart: Erst ziert sich Gastredner Obermann, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom, lobt Nokia für sein verstärktes Engagement beim mobilen Internet, dann nennt er doch den Namen des Gerätes, welches er für das beste Gerät auf dem Smartphone-Markt hält. Das tut weh, vor allem auf einer Veranstaltung des direkten Mitbewerbers.
Ich vermute, daß die meisten auch nicht-iPhone-Kunden ohne Argumente nachvollziehen können, warum Obermann solche Aussagen rausläßt. — Natürlich, weil die Telekom miit dem iPhone Geld verdient, vor allem aber auch: weils stimmt.
Apple hat einen Markt etabliert, an dessen erfolgreicher Expansion sich Palm, RIM, Nokia, Compaq u.v.a. mit kaum nennenswerten Erfolgen über lange Jahre versucht haben. Man darf vermuten, daß selbst die die aktuellen Player wie HTC, Nokia, LG und Samsung Apple dankbar sein können, denn deren Produkte haben vermutlich auch nur im Kielwasser des iPhones Absatzchancen. Vor dem Apple-Telefon war der Smartphone-Markt nämlich nur was für Nerds und Außendienstler.
Vermutlich stellen sich täglich ein Dutzend Manger in der Mobilfunkhardwarebranche die Frage: »Was hat Apple richtig gemacht?«. Ich würde sagen: vor allem das, was sie können – das Interface. Selbst meine Großmutter hat einen iPod Touch (sozusagen ein iPhone ohne ›Phone‹) und kam mit der intuitiven Bedienung binnen kürzester Zeit klar – was man von vielen der ›MöchtealleskönnerundwieeiniPhonesein‹-Mitbewerber eher nicht erwarten kann. Darüber hinaus haben sie gezielt einen Hype entfacht (die Deals mit AT&T und Telekom etc. sind schon dreist ;-), einen gigantischen Markt für preiswerte Zusatzanwendungen geschaffen und die Anbindung an den PC halbwegs (da könnte ich mir echt noch besseres vorstellen) ordentlich gelöst.
Der mangelnde Erfolg der Mittbewerber liegt aber vor allem an einem – sie beschränken sich auf den schönen Schein – in den Prospekten sieht alles so iPhone-alike aus (obwohl sicher auch andere gut bedienbare Alternativen vorstellbar sind) und schon beim ersten Benutzen stellt sich heraus, daß über den Startscreen und die schwarz oder anthrazit-farbenen Menüs hinaus die Benutzeroberfläche eben doch bloß altes Windows-Mobile-Geraffle ist, wo die Bedienung taugt nicht und die Lesbarkeit schlecht ist, wo es tausend Knöpfe am Gerät gibt, die man versehentlich auslösen kann, aber die zu klein zum Bedienen sind u.v.m.
Konkurrenz belebt das Geschäft und ein ernsthafter Mittbewerber fürs iPhone wäre sicher begrüßenswert – solange die anderen Hersteller aber nur zwischen Dämmerzustand und hektischen Plagiatentum hin- und herpendeln und nicht eigene Ideen beitragen, hat Obermann einfach bloß recht.
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