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Tech Spotting

Dummheit pays off… [Updated]

21. August 2008 von schmidt9

Kennen Sie Jessia Alena? Seit kurzem ist die Frau im Netz bekannt, weil sie in den USA eine Klage gegen Apple angestrebt hat. Die möchte sie auch gern noch zur Sammelklage aufbohren. Der Grund ist die Empfangsschwäche des iPhones in 3G-Netzen. Daß ein derart belangloser Vorgang überhaupt – trotz Olympia und Georgien-Konflikt – eine Nachricht wert ist legt zum wiederholten Mal offen, daß die Möglichkeit zur weltweiten Verbreitung noch lange nicht gleichzusetzen ist mit dem Vorhandensein von Nachrichten.

Merken Newsdienste wie macnews.de überhaupt, daß sie sich zum Werkzeug der Kanzleien machen lassen? Publikumswirksames Firmen-Bashing per Sammelklage ist in den USA ein Business wie bei uns das Abmahnwesen. Daß Apple als äußerst populäre Marke natürlich eine große Zielfläche darstellt, auf die es sich trefflich mit faulen Eiern werfen läßt dürfte jedem hirnversorgten Zeitgenossen einleuchten. Dazu trägt natürlich bei, daß Apple in letzter Zeit auch nicht wenige ernstzunehmende Pannen bei der Qualität zu melden und beheben hatte.
Auch wenn die Wellen, die diese Probleme in der Community geschlagen haben bei der Klägerin nicht angekommen sind, bleibt ihr der Gang zum Händler samt Rückgabe des maleden iPhones respektive den Umtausch gegen ein funktionierendes Konkurrenzprodukt. Auch das Einspielen des Updates 2.0.2, welches einen Großteil der 3G-Probleme beim iPhone beheben soll wäre eine Option, die vernunftbehaftete Zeitgenossen vor dem Klageweg beschritten hätten. Die gerade in weniger urbanen Regionen – in den USA reichlichst vorhanden – mangelnde Netzabdeckung für die schnellen Funknetze geht im übrigens auf die Kappe von AT&T, die nicht gerade für ihre Investitionsfreudigkeit bekannt sind – schließlich möchten die Aktionäre am Ende des Jahres Rendite sehen.
Nun hat sich also ein Dummer gefunden, der sich vor dem Karren einer publicitysüchtigen Kanzlei spannen läßt und den Kläger für ein potentiell öffentlichkeitswirksames Verfahren gibt. Die Ausweitung zur Sammelklage liegt da nur nahe, denn auch in den USA richtet sich die Honorarsumme der Anwälte nach dem Streitwert und macht die Sammelklagen mit häufig mehreren Millionen Dollar hohen Abfindungen zu einem besonders lukrativen Geschäft.

In Deutschland wünsche ich mir aber, einfach nur über Pannen oder Probleme informiert zu werden. Wenn sich in den USA mal wieder eine – zumindest für europäische Augen – lächerliche Groteske abspielt, dann erwarte ich, daß uns ernstzunehmende Netz-Seiten diese zweckfreien Beiträge ersparen. Die Tatsache, daß viele IN ERMANGELUNG ECHTER NACHRICHTEN dazu neigen, belanglosen Gosip weiterzutragen ist einfach nur nervend.

Nachtrag: keine Stunde, nachdem ich das Posting – das die Grundlage für diesen Artikel war – bei macnews.de geschrieben hatte, war dieses wieder verschwunden und die Talkback-Funktion für mich gesperrt. Leider nicht zum ersten Mal. Is china everywhere?

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