Es sollte die Evolution der urbanen Fortbewegung sein, als am Ende der ersten New-Economy-Welle im Jahre 2001 Dean Kamen den Schleier um das reichlich mit Spekulationen umwobenene Projekt ›Ginger‹ lüftete: Der Segway war mit seiner einachsig-zweirädrigen gyroskopisch stabilisiert- und gesteuerten Bauform tatsächlich eine völlige neue Form der persönlichen Fortbewegung und verlangte den potentiellen Nutzern optisch wie motorisch eine große Bereitschaft zum Umdenken ab.
Für viele, die sich nach dem großen Presserummel durch eine Probefahrt von den Qualitäten des ›Personal Transporters‹ überzeugten, endete die Begeisterung aber spätestens beim Preis von über 5.000 US$. In den ersten 5 Jahren nach Auslieferung verkauften sich dann auch gerade einmal 30.000 Stück – nicht gerade eine Revolution, vor allem weil das High-Tech-Gadget vor allem von hippen Manager und Businessleuten auf Messen ausgefahren wurde und damit dem Image mehr schadete als nutzte. Auch die Option für Kuriere, Golfspieler oder fußlahme Polizisten hat den ›Seg‹ bisher nicht zum Renner gemacht.
Findige Tüftler haben auf YouTube nun ein Video veröffentlicht, daß einen Eigenbau zeigt, der die wesentlichen Funktionen des teureren Bruders für nur etwa 1/10 des Preises erreichen soll.
Vielleicht sollte Segway nun doch einmal dadrüber nachdenken, ob mit einem akzeptableren Preis durch größere Auflage auch breitere Käuferschichten angesprochen und mit diesen dann doch noch ein wirtschaftlicher Erfolg erreicht werden kann. Die Nachbau-Anleitung zeigt, daß offensichtlich Teile und Produktionskosten beim Verkaufspreis viel Spiel lassen. Entwicklungskosten jedoch kann man entweder über wenige teure oder viele preiswerte Geräte re-finanzieren – ersteres ist bisher nicht wirklich erfolgreich gewesen.
Vielleicht bringt das Bastelvideo die Bewegungsrevolutionierer dazu, die Situation neu zu bewerten – bevor es mehr Nachbauten als Originale im Straßenbild gibt…
Links
Segway – das Original…
und die Herausforder – ›How to build a Segway‹
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